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Advanced Aesthetic and Preventive Dentistry

Schnarchen verursacht Zähnepressen und Zähneknirschen?!

„Wie kann das sein? Wenn ich schnarche, schlafe ich doch mit offenem Mund!“, denkt man meist. Und tatsächlich ist dies richtig aber auch falsch. Zähnepressen tritt episodisch während der Nacht auf, bei manchen Leuten öfter, bei Anderen weniger oft. Die kumulierten Auswirkungen über Jahre hinweg können zu beschädigter Zahnabrasion mit dem Effekt eines absinkenden Bisses, Bewegungen der Zähne, Zahnschmelz- oder Porzellanfrakturen, Rissbildungen der Zähne, Vergilbung etc. führen.

Aktuelle Studien haben die Verbindung zwischen Schnarchen und Zähnepressen / -knirschen umfassend untersucht. Unabhängig voneinander haben weltweit Wissenschaftler herausgefunden, dass Phasen mit niedrigem Sauerstoffpegel im Blutkreislauf Gehirn und Herz dazu veranlassen, den „Notstand“ auszurufen, weil weniger Luft die Lungen erreicht. Dies kann zur Folge haben, dass:

  • die Herzfrequenz sich beschleunigt, um die verminderte Gehirnsauerstoffbindung zu kompensieren;
  • das Gehirn aus dem Tiefschlaf erwacht und in einem oberflächlichen Schlaf übergeht;
  • Betroffene am U.A.R.S. – Upper Airways Resistance Syndrome – leiden, einem Widerstandssyndrom der oberen Atemwege: aufgrund von Atemproblemen (Schnarchen), wird der Druck im Brustkorb, verglichen mit dem im Bauch, negativ, was einen sauren Rückfluss aus dem Magen in die Speiseröhre verursacht;
  • Betroffene um den mangelnden Sauerstoff zu kompensieren, reflexartig leicht aufwachen und einen unruhigen Schlaf haben und den Kopf vom Kissen heben und die Zähne zusammenbeißen;
  • Betroffene die Zähne zusammenpressen: dies ist ein Reflex bei dem der untere Kiefer zusammen mit der Zunge nach vorne gebracht wird, so dass die Atemwege für mehr Luft geöffnet werden.

 

Es wurde herausgefunden, dass viele Menschen die schnarchen, auch an L.P.R., Laryngopharyngealem Reflux (LPR) oder ‚Stillem Reflux‘ leiden. Dies ist eine Form von saurem und nicht-saurem (Pepsin) Rückfluss, der medikamentös nur schwer zu behandeln ist und ein permanentes ‚Brennen‘ im Kehlkopf und/oder dem Rachen, am Ösophagusmund vorbei, verursacht. Dieses Gewebe ist nicht dafür geschaffen, dieser aggressiven Säure stand zu halten und fängt an zu brennen, die Membrane im Rachen schwellen an und behindern die Luftzirkulation umso mehr. Ebenso erhöht sich das Risiko für Kehlkopfkrebs. Einige Signale für LPR sind:

  • Heiserkeit am Morgen;
  • das ständige Bedürfnis sich zu räuspern (Schleim wird vom Körper übermäßig produziert, um sich gegen Magensäure zu wehren, die den Rachenraum erreicht);
  • unruhiger Schlaf oder Schlaflosigkeit – eine schlechte Schlafqualität aufgrund der Schwierigkeit, ein ausreichendes Maß an Schlaf zu erreichen und zu erhalten, insbesondere im regenerativen Bereich (sympathischer vs. parasympathischer Heilschlaf);
  • schwache Kiefermuskulatur und Sensibilität bzw. Lockerheit der Zähne.
Wie kann ein Zahnarzt diese Probleme erkennen?

Für den Zahnarzt ist dies sehr einfach. Wir sehen oft einen übermäßig abgenutzten Zahnschmelz an den Vorderzähnen aber nicht so stark an den Hinterzähnen. Der Unterkiefer wird nach vorne gedrückt, in einem reflexhaften Versuch den Rachen für Luft zu öffnen, wobei die Vorderzähne viel öfter in Kontakt gebracht werden. Normal kommen Zähne nur 20 Minuten am Tag in Kontakt und zwar wenn wir schlucken. Vermehrter Kontakt, vor allem in der Vorwärtsposition (von Kante zu Kante) und während man Phasen des Schnarchens erlebt, die möglicherweise mit unruhigem Schlaf in Verbindung stehen, könnten Anzeichen ihres Körpers sein, zu versuchen mit einem sich entwickelnden Problem umzugehen. Vielleicht hat es sich noch nicht zu einer obstruktiven Schlafapnoe (O.S.A.) entwickelt, was einen viel ernstzunehmenderen Zustand darstellt, aber das Risiko ist auf jeden Fall erhöht.

Wenn nicht rechtzeitig diagnostiziert, werden alle Versuche, die abgenutzten Vorderzähne kosmetisch zu reparieren, sehr wahrscheinlich in wiederkehrenden und fehlschlagenden Instandhaltungen enden. Einfach ausgedrückt, sind nicht die Zähne das Problem, sondern lediglich das Opfer eines komplexen Problems, das andernfalls auf Basis einer korrekten Diagnose zu behandeln wäre.

Was können Sie tun?

Erzählen Sie ihrem Zahnarzt von auftretenden Schnarchphasen, unruhigem Schlaf, Verspannungen der Kaumuskulatur oder Sodbrennen. Es gibt heutzutage Techniken, die dazu verwendet werden kann, den Problemen auf den Grund zu gehen. Eine davon ist ein tragbarer Schlaf- bzw. Atemmonitor, den ich sogar selbst schon ausprobiert habe und meinen Patienten oft verschreibe. Er hat sich im Finden der richtigen Biss- bzw. Kieferposition für ein optimales Atmen und einen regenerativen, tiefen Schlaf als sehr nützlich erwiesen. Bringt man die Ergebnisse mit den Verspannungen der Kiefermuskulatur zusammen, ermöglicht dies eine nachhaltige zahnärztliche Behandlung und dazu, dass schwerwiegendere Probleme vermieden werden können. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt darauf an.

 

Costin Marinescu
Dr.-medic stom., D.D.S. (USA)